Santa Ponsa – Kleiner Ort mit großer Bedeutung

Der besonders bei deutschen Touristen beliebte Ort Santa Ponsa im Südwesten der balearischen Insel Mallorca nimmt in der mallorquinischen Geschichte eine wichtige Rolle ein.

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Die Talayot-Kultur auf Mallorca

Bereits vor ungefähr 9000 Jahren lebten die ersten Menschen, auf der heute beliebten Urlaubsinsel, wie Knochenfunde aus dem 7. Jahrtausen vor Christus bezeugen. Die spärlichen Entdeckungen aus jener Zeit liefern nicht viele Erkenntnisse. Allerdings ist bekannt, das die Menschen bis ca. 1300 vor Christus relativ friedlich zusammen lebten.

Weitere Funde lassen vermuten, dass das friedliche Zusammenleben ca. 1300 v. Chr. ein Ende fand: neue Siedlungen entstanden und unterschieden sich deutlich von denen der Urmallorquiner.

Große, dicke Mauern umgaben die Ortschaften und im Zentrum ragten massive Steintürme auf. Diese turmähnlichen Bauten -Talayot genannt- waren ausschlaggebend für die Archäologie, jene Epoche als Talayot-Kultur zu bezeichnen. Diese Epoche endete 123 v. Chr. mit der Eroberung Mallorcas durch die Römer.

Entstehung der Talayot-Kultur

Aber wie konnte die Talayot-Kultur entstehen? Folgen wir den Vermutungen der Archäologen, war die Entstehung nur Aufgrund einer Neubesiedelung möglich.

Woher die Neumallorquiner kamen ist nicht sicher geklärt. Möglich ist laut Experten, dass sie aus dem östlichen Mittelmeerraum stammten.

Dies wird mit der verwandten „Zyklopenbauweise“, wie sie zum Beispiel auf Malta oder Sardinien zu finden ist, begründet.

Die neue Architektur in Form von Befestigungsanlagen legt die Annahme nahe, dass es sich bei ihnen um ein kriegerisches Volk handelte.

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Die Talayot zerstörten vermutlich die alten Siedlungen und es dauerte nicht lange bis die gesamte Insel von Talayot-Dörfern überzogen war.

Nahe Santa Ponsa am Hügel Puig Sa Morisca wurden im archäologischen Park Puig de sa Morisca die Reste einer 2700 m2 großen Siedlung aus der Epoche der Talayot gefunden.

Die letzte Siedlungsphase ist für das späte 13. Jahrhundert datiert, während der Herrschaft muslimischer Almohaden. Die Siedlung wurde im Jahre 1229 im Laufe der Eroberung Mallorcas durch Jaume I. von Aragón zerstört.

Eroberung von Mallorca

Am 23. Dezember im Jahr 1228 haben Jaume I. von Aragón und seine Ritterschaft feierlich das Kreuz zur Eroberung Mallorcas in Barcelona genommen. Der Feldzug wurde von Papst Gregors IX. offiziell als Kreuzzug sanktioniert.

Von Salou aus setzte die katalanische Flotte am 5. September 1229 Segel und erreichte bereits am selben Tag die mallorquinische Küste. Nachdem die Flotte zwei Tage bei der Insel Pantaleu ankerte, lief sie am 7. September in der Bucht von Palomera ein. Jedoch marschierte zeitgleich eine Vorhut des maurischen Heeres auf – Jaume I. von Aragón verzichtete daraufhin auf die Anlandung des Heeres und ließ Segel in Richtung der Bucht von Santa Ponsa setzen.

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Landung bei Santa Ponsa

In der Nacht vom 9. auf den 10. September gelang es ihm, mit einem Teil des Heeres bei Santa Ponca, genauer bei Sa Caletta, einer kleinen südlich gelegenen Landspitze, an Land zu gehen.

Heute erinnert zum einen ein imposantes bei Sa Caletta errichtetes steinernes Kreuz „Cruz de la Conquista“ und zum anderen das jährlich stattfindende „Fiesta Rei En Jaume“, welches über zwei Wochen dauert, an die Landung und anschließende Eroberung Mallorcas.

Es sollte noch bis zum 31. Dezember 1229 dauern, bis die Katalanen auch die Insel Hauptstadt Palma erobert hatten.